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Soziale Kognition

Soziale Kognition

Vergleichende Studien zur Evolution und Ontogenie soziokognitiver Fähigkeiten haben gezeigt, dass Menschenaffen, Tieraffen und Kleinkinder ähnliche technisch-kognitive Fähigkeiten besitzen, Kleinkinder aber über deutlich ausgeprägtere sozial-kognitive Fähigkeiten verfügen. Soziales Lernen spielt sowohl für Affen und Menschen eine bedeutende Rolle doch trotz grundlegender Ähnlichkeiten gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen den Arten. Es gibt nur wenige Hinweise darauf, dass Affen aktiv lehren, in dem Sinne, dass sie versuchen die Fähigkeiten oder Kenntnisse von anderen Individuen zu verbessern. Affen zeigen zwar großes Interesse an dem Verhalten ihrer Artgenossen, es sind aber die Lernenden, die Informationen aufnehmen, und nicht die Handelnden, die aktiv Informationen bereitstellen würden.

Das Evolution gemeinsamer Intentionalität und der Fähigkeit, Anderen mentale Zustände zuschreiben zu können, gelten als wichtige Zwischenschritte in der Entstehung menschlicher Kultur. Affen verstehen zwar, dass Andere bestimmte einfache mentale Zustände wie Wahrnehmungen oder Absichten besitzen, jedoch scheinen nur Menschen in der Lage zu sein, Anderen falsches Wissen oder geteilte Intentionen zuzuschreiben. Affen besitzen jedoch eine umfassende geistige Repräsentation Ihrer sozialen Umwelt, wodurch sie das Verhalten anderer Individuen vorhersehen können. Die kognitiven und neuronalen Grundlagen für diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind bislang allerdings kaum bekannt.

Innerhalb dieses Clusters wird untersucht, ob sich die neurologischen und psychologischen Grundlagen sozialer Kognition von denen anderer Kognitionsformen unterscheiden. Exemplarische Forschungsfragen sind:

  • Welche Mechanismen liegen der Verarbeitung sozialer Reize zu Grunde und inwieweit entsprechen diese allgemeinen Aufmerksamkeitsmustern?
  • Unterliegen soziale und kausale Rückschlüsse allgemein-kognitiven Mechanismen?
  • Inwiefern unterscheiden sich soziokognitive Rückschlüsse moralischer Beurteilungen von generellen Beurteilungsmechanismen?

Clustersprecher im Steuerungsausschuss

Dr. Igor Kagan Kognitive Neurowissenschaften, DPZ +49 551 3851-332 Kontakt

Prof. Dr. Annekathrin Schacht Affektive Neurowissenschaft und Psychophysiologie, Universität Göttingen +49 551 39-20625 +49 551 39-13570 Kontakt