Leibniz-WissenschaftsCampus

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Weltweite Kooperation: Kurzzeitgedächtnis im Fokus

Das „ManyPrimates"-Projekt veröffentlicht erste gemeinsame Studie
Javaneraffe im Training. Foto: Karin Tilch

Große und vielseitige Stichproben sind nötig, um evolutionäre Zusammenhänge zu erforschen. Im Rahmen des „Many Primates" Projekts haben sich international Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammengeschlossen, um kognitive Fähigkeiten möglichst vieler Primatenarten zu untersuchen. Vom DPZ sind Julia Fischer, Abteilung Kognitive Ethologie, und Claudia Fichtel, Abteilung Verhaltensökologie und Soziobiologie, an dem Projekt beteiligt. Die erste Studie des Projekts zum Thema Kurzzeitgedächtnis, an der elf Primatenforschungszentren beteiligt waren, wurde jetzt in der Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

180 Individuen von zwölf verschiedenen Primatenarten wurden im Rahmen der Studie untersucht. Die Tiere bekamen alle die gleiche Aufgabe: Der Versuchsleiter hat unter einem von drei Bechern eine Belohnung versteckt und das Tier sollte sich dann für einen Becher entscheiden. Da es um das Kurzzeitgedächtnis ging, wurde die Zeit zwischen Verstecken und Entscheiden zwischen 0, 15 und 30 Sekunden variiert. Es stellte sich heraus, dass sich die Tiere schlechter erinnern konnten, je länger die Wartezeit betrug und dass die einzelnen Tierarten die Aufgabe unterschiedlich gut bewältigen konnten. So schnitten Schimpansen und die nahe verwandten Bonobos zum Beispiel deutlich besser ab als Totenkopfaffen. 

Wichtiger noch als das wissenschaftliche Ergebnis ist den Forscherinnen und Forschern die Tatsache, dass die Zusammenarbeit im Netzwerk so gut geklappt hat. Dies lässt erwarten, dass in Zukunft Daten in bisher nicht erreichter Größenordnung gewonnen werden können.

Das „Many Primates" Projekt wurde vom Leipziger Forschungszentrum für Frühkindliche Entwicklung (LFE) der Universität Leipzig, vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und vom Leipziger Zoo initiiert. In Zukunft sollen weitere Kooperationspartner gewonnen werden, um noch umfangreichere Daten gewinnen zu können.