Leibniz-WissenschaftsCampus

Menü mobile menu

Winrich Freiwald erhält den diesjährigen Kavli-Preis für Neurowissenschaften

Die Kavli-Stiftung ehrt in diesem Jahr unter anderem Winrich-Freiwald, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Leibniz-WissenschaftsCampus, für seine Forschung zum Gesichtserkennungssystem im Primatengehirn

 

Der diesjährige Kavli-Preis für Neurowissenschaften geht an Nancy Kanwisher (MIT), Winrich Freiwald (Rockefeller University New York) und Doris Ying Tsao (UC Berkeley). Damit ehrt die Kavli-Stiftung die Forschung der drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der neuronalen Mechanismen der Erkennung von Gesichtern. 

Gesichter haben für für soziale Interaktionen eine herausragende Bedeutung und transportieren eine Vielzahl sozialer Signale und Emotionen. Das Erkennen von Gesichtern ist folglich für jegliche Form von Interaktion von essentieller Bedeutung, nicht nur beim Menschen, sondern auch für eine Vielzahl von Tieren. Lange nahm man an, dass es im Gehirn spezialisierte Systeme für die Gesichtserkennung gibt; wo diese Erkennung erfolgt war jedoch lange unklar. Die heutigen Preisträger nutzten die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI), um verschiedene Bereiche im Neokortex zu lokalisieren, die auf die Verarbeitung von Gesichtern spezialisiert sind.

In seiner Begründung betonte das Auswahlkommittee die jahrzehntelage gemeinsame Arbeit der drei Preisträgerinnen und Preisträger, die zur Aufdeckung der neuronalen Mechanismen einer der komplexesten Aufgaben des Gehirns beitrugen. Nancy Kanwisher identifizierte zunächst die zentralen Gehirnbereiche, die für die Gesichtserkennung von Bedeutung sind; Doris Tsao und Winrich Freiwald kombinierten funktionelle Bildgebung und Einzelzellableitungen im Makakengehirn, um ein aus sechs Regionen bestehendes System zu identifizieren, welches Gesichtsinformationenen zu einem Gesamtbild zusammensetzt.

Der Leibniz-WissenschaftsCampus gratuliert allen drei Preisträgern. "Das ist eine wunderbare Anerkennung für drei herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler", sagt Julia Fischer, Sprecherin des Leibniz-WissenschaftsCampus. "Ganz besonders freuen wir uns natürlich für Winrich Freiwald, der uns als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats eine enger Kollege und große Unterstützung ist. Der Kavli-Preis ist eine sehr prestigeträchtige Auszeichnung und eine wohlverdiente Ehre".

Winrich Freiwald begann seine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Göttingen und promovierte an der Universität Tübingen. Anschließend war er als Postdoc am Massachusetts Institute of Technology und der Harvard University tätig. Er kehrte zunächst nach Deutschland zurück und arbeitete an der Universität Bremen. Im Jahr 2009 wechselte er an die Rockefeller University in New York. Seit 2020 ist er auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Leibniz WissenschaftsCampus. 

Der Kavli-Preis wird gemeinsam von der Kavli-Stiftung, der Norwegischen Akademie der Wissenschaften und dem Norwegischen Ministerium für Bildung und Forschung in den drei Disziplinen Astrophysik, Nanowissenschaften und Neurowissenschaften vergeben. Der Preis ehrt herausragende und besonders kreative Forschungsarbeiten. Er erinnert an den norwegisch - US-amerikanischen Unternehmer, Physiker und Philanthropen Fred Kavli (1927-2013). Der mit jeweils einer Million Dollar dotierte Preis wird seit 2008 alle zwei Jahre vergeben und ist jeweils mit einer Million US-Dollar dotiert.

Unter den bisherigen Preisträgern befinden sich auch eine Vielzahl von Nobelpreisträgern, unter anderem auch Thomas Südhof, Stefan Hell und Gerd Binnig.